PV-Anlagen Ü20

Unsere Vision

Die Herausforderung unsere Zeit ist es den Klimawandel abzuwenden. Dafür benötigen wir eine Energiewende: weg von Kohle-, Öl- und Atomstrom, hin zu erneuerbaren Energien. Dies gelingt nur, wenn Strom (oder Wärme) in vielen kleinen dezentralen Anlagen erzeugt und regional verteilt wird.

Ausgeförderte Anlagen, die bereits abgeschrieben und in einem guten technischen Zustand sind, können günstigen und sauberen Strom produzieren und müssen am Netz bleiben!


Betreiben Sie Ihre Anlage weiter und bleiben Sie Teil der Energiewende.

Welche Möglichkeiten bieten sich für Anlagenbetreiber?

Seit nun 20 Jahren gibt es das Erneuerbare Energien Gesetzt (EEG). Es ermöglicht Anlagen, die Strom mit erneuerbaren Energien erzeugen, die vorrangige Einspeisung des Stroms ins Netz und eine feste Vergütung über eine Laufzeit von 20 Jahre. Das EEG stellt den Beginn der Energiewende in Deutschland dar. Dem EEG ist es zu verdanken, dass heute in Deutschland bereits annähernd 50% des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt.

Mit Beginn des neuen Jahres haben die ersten Anlagen das Ende der zwanzigjährigen EEG-Vergütung erreicht. Betroffen sind alle Anlagen, die im Jahr 2000 und davor gebaut wurden. Im Bereich der Photovoltaik sind dies ca. 18.000 Anlagen. Diese Anlagen sind technisch meist in einem guten Zustand und da sie bereits abgeschrieben sind, können sie sehr günstig Strom produzieren.

Mitte Dezember letzten Jahres einigte sich die Koalition auf die Novelle des EEGs. Im neuen EEG 2021 ist nun endlich auch eine Lösung für ausgeförderte Anlagen enthalten. Das Wichtigste in Kürze:

  • Ausgeförderte Photovoltaik-Anlagen bis 100 kWp können befristet bis Ende 2027 eine Einspeisevergütung erhalten. Dabei wird der Jahresmarktwert Solar als anzulegender Wert zuerkannt. 
  • Davon werden Vermarktungskosten abgezogen. In 2021 betragen diese 0,4 Ct/kWh. Ab 2022 werden diese von den Übertragungsnetzbetreibern festgelegt. Die Vermarktungskosten reduzieren sich um die Hälfte, wenn ein intelligentes Messsystem verbaut ist.
  • Anlagenbetreiber, die nicht aktiv werden, wechseln automatisch in diese neue Vergütungsform.
  • Eigenverbrauch ist (im Gegensatz zu vorherigen Entwürfen) möglich. Es muss bis 30 kWp keine EEG Umlage auf den Eigenverbrauch gezahlt werden. 
  • Die Umrüstungspflicht auf ein intelligentes Messsystem, die in früheren Entwürfen enthalten war, entfällt. Es müssen also nur Anlagen ab 7 kWp entsprechend dem MsbG umgerüstet werden (s.u.). 
  • Alternativ zum Stromverkauf an den Netzbetreiber haben Anlagenbetreiber nun auch die Möglichkeit über eine vereinfachte Direktvermarktung den Strom an einen Direktvermarkter zu veräußern. Dies ist für Anlagen bis 100 kWp ohne technische Umrüstung möglich, solange kein intelligentes Messsystem verbaut wurde. Voraussetzung ist allerdings, dass der gesamte produzierte Strom eingespeist wird.

Welche Möglichkeiten gibt es konkret?

Anlagenbetreiber von sogenannten „ausgeförderten Anlagen“ müssen sich grundsätzlich zwischen dem Weiterbetrieb der alten Anlage und einem Rück- und Neubau entscheiden. Ob die Anlage fit ist für den Weiterbetrieb kann am besten von einem Elektriker fachkundig bewertet werden.

Folgende Grafik gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten:

postEEG_Entscheidungsbaum_Regionah_2021

Ein Rückbau ist vor allem dann ratsam, wenn der Anlagencheck hohe Kosten für eine Ertüchtigung der Altanlage ergibt. Ein Neubau kann aber auch sinnvoll sein, wenn bisher nur ein Teil des Daches belegt ist und anschließend eine deutlich größere Anlage realisiert werden kann. Bei einer neuen Anlage kann dann ein Teil des Stroms direkt im Haus verbraucht und somit die Strombezugskosten gesenkt werden. Für den eingespeisten Strom gibt es dann wieder 20 Jahre lang die EEG-Vergütung – allerdings mit derzeit nur rund 8 Cent pro Kilowattstunde deutlich weniger als früher.

Beim Weiterbetrieb müssen Sie sich entscheiden, ob der gesamten Strom eingespeist werden soll, oder ob Sie einen Teil davon im Haus selbst verbrauchen möchten. Die Volleinspeisung ist im Gegensatz zur Variante mit Eigenverbrauch meist ohne eine technische Umrüstung möglich. Dafür sind die Erlöse durch vermiedene Stromkosten bei der Variante mit Eigenverbrauch deutlich höher.

Das neue EEG 2021 ermöglicht Betreibern von Ü20 Anlagen für eine Übergangszeit bis Ende 2027 ihren Solarstrom zum Marktpreis abzüglich Vermarktungskosten zu verkaufen. Dazu bedarf es keiner technischen Umrüstung. Wie sich die Marktpreise zukünftig entwickeln, lässt sich natürlich schwer vorhersagen. Der durchschnittliche Marktwert PV zwischen Januar 2016 und Juni 2020 betrug 3,5 Ct/kWh.

Der Anlagenbetreiber kann dabei wählen, ob er den Strom an den Netzbetreiber verkaufen möchte, oder ob er einen Direktvermarkter sucht, der seinen Strom abnimmt. Unternimmt der Anlagenbetreiber nichts, dann verkauft er automatisch seinen Strom an den Netzbetreiber. Wechselt er dagegen zu einem Direktvermarkter sind meistens die Vermarktungskosten geringer.

Möchten Sie einen Teil des Solarstroms im Haus selbst verbrauchen und ist dies bislang nicht der Fall, so geht dies nur durch eine Umrüstung der Anlagentechnik. Da die Umrüstung meist mit Kosten verbunden ist, ist dies besonders bei hohem Eigenverbrauchsanteil sinnvoll. In diesem Fall geht es also nicht so sehr um die Einnahmen beim Stromverkauf, sondern um vermiedene Stromkosten beim Strombezug. Daher lohnt es sich zu prüfen, an welchen Stellen der Eigenverbrauch erhöht werden kann. Dies könnte zum Beispiel die Umstellung der Heiztechnik, ein Elektroauto, eine elektrische Warmwassererzeugung, oder ein Batteriespeicher sein.

Der nicht im Haus verbrauchte Strom kann dann entweder an den Netzbeteriber verkauft, über die sonstige Direktvermarktung an einen Direktvermarkter veräußert, oder aber abgeregelt werden (Nulleinspeisung).

Nehmen Sie keinen aktiven Wechsel vor, so wechselt Ihre Anlage nach dem nun gültigen EEG 2021 automatisch in diese Variante. Sie erhalten dann vom Netzbetreiber den Jahresmarktwert PV abzüglich der Vermarktungskosten in Höhe von 0,4 Ct/kWh vergütet. Ab 2022 legen die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der Vermarktungskosten selbst fest.

Alternativ können Sie sich dafür entscheiden Ihren Strom an einen Direktvermarkter zu verkaufen. Dann erhalten Sie vom Direktvermarkter den Jahresmarktwert PV, abzüglich der Vermarktungskosten des Direktvermarkters.

Das neue EEG ermöglicht es nun aber auch, dass Sie soweit wie möglich den Solarstrom selbst verbrauchen und nur den Überschussstrom an den Netzbetreiber verkaufen. Dies ist in den meisten Fällen mit der bereits vorhandenen Zählertechnik möglich. Dennoch ist durch die notwendige Umverkabelung durch einen Elektriker mit einmaligen Kosten zu rechnen. Wie hoch diese Kosten sind hängt stark davon ab, ob die Anlage den aktuellen Richtlinien und Anforderungen entspricht. Ein Anlagencheck durch einen Elektriker gibt hier Klarheit. Vorausgesetzt, die Anlage entspricht den aktuellen Richtlinien, lohnt sich die Umrüstung auf Eigenverbrauch durch vermiedene Kosten beim Strombezug aber meist auch bereits für kleinere Anlagen.

Schon vor der EEG Novelle bestand für Anlagenbetreiber die Möglichkeit in die sonstige Direktvermarktung zu wechseln. Hierbei ist es möglich einen Teil des Stroms im Haus zu verbrauchen und nur den Überschussstrom einzuspeisen. Dafür ist aber eine technische Umrüstung der Zähleranlage notwendig, die eine Viertelstundenmessung und die Fernsteuerbarkeit der Anlage ermöglicht. Größere Anlagen (ab 100 kW) sind oft schon in der Direktvermarktung und sind entsprechend ausgerüstet. Aber gerade für kleine Photovoltaik-Anlagen ist diese technische Umrüstung auf Grund der damit verbundenen Kosten in der Regel nicht wirtschaftlich. Dazu kommen jährliche Kosten für den Zählerbetrieb, die meist höher sind als die zu erwartenden Erlöse für die Stromeinspeisung.

Bei der Nulleinspeisung wird der PV-Strom soweit es geht selbst im Haus genutzt. Der Überschussstrom wird abgeregelt. Auch in diesem Fall muss eine technische Umrüstung und die Abmeldung beim Netzbetreiber vorgenommen werden. Meist muss der Wechselrichter ausgetauscht werden, um die Abregelung zu ermöglichen.

Vergleich der Varianten anhand einer Beispielberechnung

Welche der fünf Möglichkeiten ist nun die beste Wahl? Die folgende Beispielrechnung verdeutlicht die verschiedenen Optionen für eine beispielhaft gewählte Anlagengröße von 4 kWp. Die Varianten vergleichen immer mit einer Situation ohne PV-Anlage, sprich, wenn die Anlage zurück gebaut werden würde. Es werden also auch immer die gesparten Stromkosten beim Bezug des Haushaltsstroms mit eingerechnet.

Bei unserer beispielhaft gewählten Anlage von 4 kWp wird ein jährlicher Haushaltsstromverbrauch von 4000 kWh/a zugrunde gelegt. Für den optionalen Speicher wurde eine Kapazität von 3,3 kWh gewählt. Daraus ergibt sich ein Eigenverbrauchsanteil von 30% ohne, bzw. 52% mit Speicher. Der Rechnung liegt ein Marktwert PV von 3,5 Ct/kWh und eine EEG Umlage von 6,5 Ct/kWh zugrunde. Die angenommenen Kosten für den Netzstrom betragen 28,95 Ct/kWh (der Grundpreis ist nicht einkalkuliert, da er ohnehin immer anfällt). Die hier angenommenen Investitionskosten für die technische Umrüstung können sich natürlich im Einzelfall je nach Situation und Zustand der Anlage und des Zählerschranks sehr unterscheiden und lassen sich am besten durch einen Elektriker abschätzen. Die Beispielberechnung soll also nur eine grobe Orientierung geben. Es handelt sich immer um Netto-Preise.

postEEG_Beispielrechnung_Regionah_4kWp_2021

Der Vergleich der verschiedenen Varianten zeigt, dass die dritte Variante, also die Überschusseinspeisung des Stroms an den Netzbetreiber, wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Weder bei Variante 1 noch bei Variante 2 entstehen Kosten durch eine Umrüstung der Anlage. Variante 2 erzeugt aber geringfügig höhere Erlöse beim Stromverkauf.

Die bei Variante 3 entstehenden Umrüstkosten sind verhältnismäßig gering und die Investition lohnt sich auch bei kleinen Anlagen bereits nach kurzer Zeit. Dies ist vor allem der Tatsachsache geschuldet, dass die Zählergebühren mit 20 € im Jahr unverändert bleiben und gleichzeitig die Kosten beim Strombezug deutlich reduziert werden können.

Bei den beiden Varianten 4 und 5 reduzieren sich zwar die Strombezugskosten auch, allerdings sind auch hohe Investitionskosten notwendig und bei Variante 4 hohe Zählergebühren fällig. Die Investition in einen Speicher rechnet sich in allen Varianten erst nach vielen Jahren. Vermutlich erreicht die Anlage diese Betriebszeit nicht mehr. Auch für andere Anlagengrößen zeigt sich meist, dass Variante 3 am sinnvollsten ist.

Weitere Themen

Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist ein umfassendes amtliches Register für alle stromerzeugenden Anlagen. Es ist seit Anfang 2019 online und löst das bisherige Anlagenregister ab. Ziel des Registers ist es Informationen über stromerzeugende Anlagen in einer zentralen Datenbank zu bündeln und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Alle Anlagenbetreiber müssen ihre Anlage dort registrieren. Dies gilt auch für Anlagen, die bereits keine Vergütung mehr nach dem EEG erhalten. Die Frist hierfür endet am 31. Januar 2021.

Entgegen des ursprünglichen Entwurfs, sieht das neue EEG 2021 nun doch keine Verpflichtung für den Einbau von intelligenten Messsystemen für Bestandsanlagen vor. Bestandsanlagen müssen lediglich ab einer Anlagenleistung von 7 kWp nach dem bereits gültigen Messstellenbetriebsgesetzt (MsbG) umgerüstet werden. Der Rollout, also der verpflichtende und flächendeckende Einbau der intelligenten Messsysteme (IMSys) beginnt nach der Markterklärung (Feststellung der technischen Möglichkeit) durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Wann die Markterklärung für diese Einbaugruppe erfolgt, ist aktuell unklar.

Da mit dem Zählertausch die jährlichen Zählergebühren deutlich höher sind (nach aktuellem Stand ca. 60 € im Jahr für Anlagen bis 7 kWp, 100 € bis 15 kWp und 130 € bis 30 kWp), müssen Anlagenbetreiber vor dem verpflichtenden Einbau eines intelligenten Messsystems erneut überlegen, ob ein Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll ist.

Die intelligenten Messsysteme können dann auch die Anforderungen an die sonstige Direktvermarktung (1/4 Stundenmessung und Fernsteuerbarkeit) erfüllen, so dass Anlagenbetreibern dann diese Option zur Verfügung steht.

Sollten die intelligenten Messsysteme verfügbar und ein Einbau verpflichtend sein, könnte sich der Wechsel in die Direktvermarktung bereits auch für Anlagen lohnen, die noch einige Jahre in den Genuss der EEG-Vergütung kommen. Denn die technischen Voraussetzungen können mit dem intelligenten Messsystem bereits erfüllt werden. Bei Anlagenbetreibern, die noch EEG-Vergütung erhalten, führt ein Umstieg in die Direktvermarktung bei der Regionah Energie zu Mehrerlösen gegenüber der herkömmlichen EEG Vergütung.

Unsere Adresse

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