PV-Anlagen Ü20

Wir ermöglichen den Weiterbetrieb Ihrer Solaranlage!

Seit nun 20 Jahren gibt es das Erneuerbare Energien Gesetzt (EEG). Es ermöglicht Anlagen, die Strom mit erneuerbaren Energien erzeugen, die vorrangige Einspeisung des Stroms ins Netz und eine feste Vergütung über eine Laufzeit von 20 Jahre. Das EEG stellt den Beginn der Energiewende in Deutschland dar. Dem EEG ist es zu verdanken, dass heute in Deutschland bereits annähernd 50% des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt.

Doch Ende diesen Jahres fallen die ersten Anlagen aus der EEG-Vergütung. Betroffen sind alle Anlagen, die im Jahr 2000 und davor gebaut wurden. Im Bereich der Photovoltaik sind dies ca. 18.000 Anlagen. Diese Anlagen sind technisch meist in einem guten Zustand und da sie bereits abgeschrieben sind, können sie sehr günstig Strom produzieren.

Unsere Vision

Die Herausforderung unsere Zeit ist es den Klimawandel abzuwenden. Dafür benötigen wir eine Energiewende: weg von Kohle-, Öl- und Atomstrom, hin zu erneuerbaren Energien. Dies gelingt nur, wenn Strom (oder Wärme) in vielen kleinen dezentralen Anlagen erzeugt und regional verteilt wird.

Ausgeförderte Anlagen, die bereits abgeschrieben und in einem guten technischen Zustand sind, können günstigen und sauberen Strom produzieren und müssen am Netz bleiben!

Kontaktieren Sie uns! Wir beraten Sie gerne.
Betreiben Sie Ihre Anlage weiter und werden Sie Teil der Regionah Gemeinschaft.

Welche Möglichkeiten bieten sich für Anlagenbetreiber?

Das aktuelle EEG stammt aus dem Jahr 2017 und enthält keine Vorgaben, was mit ausgeförderten Anlagen geschehen soll. Doch noch in diesem Jahr soll eine Novelle des EEGs beschlossen werden. Im bereits vorliegenden Gesetzesentwurf ist auch ein Vorschlag für eine Anschlussregelung gerade für kleine Ü20-Anlagen enthalten.

Anlagenbetreiber von sogenannten „ausgeförderten Anlagen“ müssen sich grundsätzlich zwischen dem Weiterbetrieb der alten Anlage und einem Rück- und Neubau entscheiden. Ob die Anlage fit ist für den Weiterbetrieb kann am besten von einem Elektriker fachkundig bewertet werden.

Folgende Grafik gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten:

postEEG_Entscheidungsbaum_Regionah

Was bedeutet das konkret?

Ein Rückbau ist vor allem dann ratsam, wenn der Anlagencheck hohe Kosten für eine Ertüchtigung der Altanlage ergibt. Ein Neubau kann aber auch sinnvoll sein, wenn bisher nur ein Teil des Daches belegt ist und anschließend eine deutlich größere Anlage realisiert werden kann. Bei einer neuen Anlage kann dann ein Teil des Stroms direkt im Haus verbraucht und somit die Strombezugskosten gesenkt werden. Für den eingespeisten Strom gibt es dann wieder 20 Jahre lang die EEG-Vergütung – allerdings mit derzeit nur rund 8 bis 9 Cent pro Kilowattstunde deutlich weniger als früher.

Entscheiden Sie sich für den Weiterbetrieb, so müssen Sie sich entscheiden, ob der gesamten Strom eingespeist werden soll, oder einen Teil davon im Haus selbst verbraucht wird. Die Volleinspeisung ist im Gegensatz zur Variante mit Eigenverbrauch meist ohne eine technische Umrüstung möglich. Dafür sind die Erlöse durch vermiedene Stromkosten bei der Variante mit Eigenverbrauch deutlich höher.

Der Entwurf zum EEG 2021 schlägt nun erstmals eine Lösung für „ausgeförderte Anlagen“ vor. Vorausgesetzt die EEG Novelle wird entsprechend dem Entwurf umgesetzt, können Betreiber von Ü20 Anlagen für eine Übergangszeit bis Ende 2027 bzw. bis zum verpflichtenden Einbau eines intelligenten Messsystems (s.u.)  ihren Solarstrom zum Marktpreis abzüglich Vermarktungskosten verkaufen. Dazu bedarf es keiner technischen Umrüstung, allerdings ist auch kein Eigenverbrauch möglich. Wie sich die Marktpreise zukünftig entwickeln, lässt sich natürlich schwer vorhersagen. Der durchschnittliche Marktwert PV zwischen Januar 2016 und Juni 2020 betrug 3,5 Ct/kWh.

Der Anlagenbetreiber kann wählen, ob er den Strom an den Netzbetreiber verkaufen möchte, oder ob er einen Direktvermarkter sucht, der seinen  Strom abnimmt. Unternimmt der Anlagenbetreiber nichts, dann verkauft er automatisch seinen Strom an den Netzbetreiber. Wechselt er dagegen zu einem Direktvermarkter sind meistens die Vermarktungskosten geringer.

Möchten Sie einen Teil des Solarstroms im Haus selbst verbrauchen und ist dies bislang nicht der Fall, so geht dies nur durch eine Umrüstung der Anlagentechnik. Da die Umrüstung meist mit höheren Kosten verbunden ist, ist dies für kleine Anlagen Ü20 meist nur durch einen möglichst hohen Eigenverbrauch sinnvoll. In diesem Fall geht es also nicht so sehr um die Einnahmen beim Stromverkauf, sondern um vermiedene Stromkosten beim Strombezug. Daher lohnt es sich zu prüfen, an welchen Stellen der Eigenverbrauch erhöht werden kann. Dies könnte zum Beispiel die Umstellung der Heiztechnik, ein Elektroauto, eine elektrische Warmwassererzeugung, oder ein Batteriespeicher sein.

Der nicht im Haus verbrauchte Strom kann dann entweder über die sonstige Direktvermarktung an einen Direktvermarkter veräußert, oder aber abgeregelt werden (Nulleinspeisung).

Nehmen Sie keinen aktiven Wechsel vor, so wechselt Ihre Anlage nach dem aktuellen EEG-Entwurf automatisch in diese Variante. Sie erhalten dann vom Netzbetreiber den Marktwert PV abzüglich der Vermarktungskosten in Höhe von 0,4 Ct/kWh vergütet.

Alternativ können Sie sich dafür entscheiden Ihren Strom an einen Direktvermarkter zu verkaufen. Dann erhalten Sie vom Direktvermarkter den Marktwert PV, abzüglich der Vermarktungskosten des Direktvermarkters. Bei der Regionah Energie betragen diese für Anlagen bis 100 kWp 0,2 Ct/kWh.

Für eine einfachere Handhabung und einen möglichst geringen Aufwand bei der Abrechnung, erarbeiten wir aktuell für Anlagenbetreiber von Anlagen bis 10 kWp eine Alternative mit pauschaler Abrechnung: es erfolgt dann eine pauschale Gutschrift von jährlich 25-30 €/kWp, die mit der Stromrechnung verrechnet wird.

Diese Modell ist abhängig von den politischen Entscheidungen und frühestens ab 1. Januar 2021 gültig. Kommen Sie bei Interesse gerne auf uns zu! Wir merken Sie vor und kontaktieren Sie, sobald das Produkt zur Verfügung steht. Wir freuen uns, wenn Sie Teil der Regionah Gemeinschaft werden!

Auch im bereits gültigen EEG 2017 besteht  für Anlagenbetreiber die Möglichkeit in die sonstige Direktvermarktung zu wechseln. Hierbei ist es möglich einen Teil des Stroms im Haus zu verbrauchen und nur den Überschussstrom einzuspeisen. Dafür ist aber eine technische Umrüstung der Zähleranlage notwendig, die eine Viertelstundenmessung und die Fernsteuerbarkeit der Anlage ermöglicht. Größere Anlagen (ab 100 kW) sind oft schon in der Direktvermarktung und sind entsprechend ausgerüstet. Aber gerade für kleine Photovoltaik-Anlagen unter 10 kWp ist diese technische Umrüstung auf Grund der damit verbundenen Kosten in der Regel nicht wirtschaftlich. Dazu kommen jährliche Kosten für den Zählerbetrieb, die meist höher sind als die zu erwartenden Erlöse für die Stromeinspeisung. Zudem muss auf selbst verbrauchten Strom aus Ü20 Anlagen 40% der EEG Umlage gezahlt werden. Um den Eigenverbrauch erfassen zu können, wird also auch noch ein zusätzlicher Zähler erforderlich. Bei Anlagen ab 10 kWp kann diese Variante aber trotzdem interessant werden, da größere Mengen an Überschussstrom entstehen.

Bei der Nulleinspeisung wird der PV-Strom soweit es geht selbst im Haus genutzt. Der Überschussstrom wird abgeregelt. Aber auch in diesem Fall muss eine technische Umrüstung und die Abmeldung beim Netzbetreiber vorgenommen werden. Meist muss der Wechselrichter ausgetauscht werden, um die Abregelung zu ermöglichen. In dieser Variante geht es aus wirtschaftlicher Sicht ausschließlich um die Reduktion der Strombezugskosten. Die Nulleinspeisung macht also nur Sinn, wenn ein großer Teil des Stroms im Haus verbraucht werden kann.

Eine Orientierung an drei Beispielrechnungen

Welche der vier Möglichkeiten ist nun die beste Wahl? Hierzu gibt es leider keine pauschale Antwort, da die Varianten von vielen verschiedenen Parametern abhängig sind (wie aufgeführt z.B. Anlagengröße, Zustand der Anlage, Eigenverbrauchsanteil) Die folgenden Beispielrechnungen sollen die verschiedenen Optionen für beispielhaft gewählte Anlagengrößen von 4 kWp, 10 kWp und 29 kWp verdeutlichen und der Orientierung dienen. Die Varianten sind immer im Vergleich zur Situation ohne PV-Anlage, sprich, wenn die Anlage zurück gebaut werden würde. Es werden also auch immer die gesparten Stromkosten beim Bezug des Haushaltsstroms mit eingerechnet.

Der Rechnung liegt ein Marktwert PV von 3,5 Ct/kWh und eine EEG Umlage von 6,5 Ct/kWh zugrunde. Die angenommenen Kosten für den Netzstrom betragen 28,95 Ct/kWh (der Grundpreis ist nicht einkalkuliert, da er ohnehin immer anfällt). Die hier angenommenen Investitionskosten für die technische Umrüstung können sich natürlich im Einzelfall je nach Situation und Zustand der Anlage und des Zählerschranks sehr unterscheiden und lassen sich am besten durch einen Elektriker abschätzen. Die Beispielrechnungen sollen also nur eine grobe Orientierung geben. Es handelt sich immer um Netto-Preise.

Bei der 4 kWp Anlage wird ein jährlicher Haushaltsstromverbrauch von 4000 kWh/a zugrunde gelegt. Für den optionalen Speicher wurde eine Kapazität von 3,3 kWh gewählt. Daraus ergibt sich ein Eigenverbrauchsanteil von 30% ohne, bzw. 52% mit Speicher. Für das Modell der Direktvermarktung liegen die Konditionen der Regionah Energie zugrunde.

Der Vergleich der verschiedenen Varianten zeigt, dass die zweite Variante, also die Volleinspeisung des Stroms über einen Direktvermarkter, wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Weder bei Variante eins noch bei Variante zwei entstehen Kosten durch eine Umrüstung der Anlage. Variante 2 erzeugt aber geringfügig höhere Erlöse beim Stromverkauf. Bei den beiden anderen Varianten reduzieren sich durch einen geringeren Strombezug zwar die jährlichen Kosten stärker, allerdings sind auch hohe Investitionskosten notwendig. Die Investition in einen Speicher rechnet sich erst nach vielen Jahren. Vermutlich erreicht die Anlage diese Betriebszeit nicht mehr.

Für die Beispielrechnung einer Anlage mit 10 kWp wird ein jährlicher Haushaltsstromverbrauch von 6000 kWh/a zugrunde gelegt. Für den optionalen Speicher wurde eine Kapazität von 8,3 kWh gewählt. Daraus ergibt sich ein Eigenverbrauchsanteil von 21% bzw. 43%. Für das Modell der Direktvermarktung liegen die Konditionen der Regionah Energie zugrunde.

Für die beispielhafte 10 kWp Anlage bieten sich die beiden Varianten 2 und 3 an. Variante 2 ist zu bevorzugen, wenn keine weiteren Investitionen in die Anlage erfolgen sollen. Entscheidet sich der Anlagenbetreiber aber für die sonstige Direktvermarktung mit Überschusseinspeisung (Variante 3), so hat sich seine Investition bereits nach etwa zwei Jahren gerechnet. Dies ist somit eine durchaus interessante Alternative! Eine Investition in einen Speicher lohnt sich auch in diesem Fall eher nicht.

Bei einer Anlage dieser Größenordnung handelt es sich meist um eine gewerbliche oder landwirtschaftliche Anlage oder um eine Anlage auf einem Mehrfamilienhaus. Wie hoch der mögliche Eigenstromverbrauch ist, lässt sich daher noch weniger abschätzen, da dies stark von der Nutzung des Gebäudes abhängt. Für dieses Beispiel wird ein Stromverbrauch von 15.000 kWh und ein optionaler Speicher mit 12 kWh zugrunde gelegt. Der Eigenverbrauchsanteil liegt dann bei 18% bzw. 31%. Für das Modell der Direktvermarktung liegen die Konditionen der Regionah Energie zugrunde.

In diesem Beispiel ist klar die dritte Variante zu empfehlen. Die Investitionskosten für die Umrüstung der Zähleranlage rechnen sich schon innerhalb von einem Jahr. Dies liegt vor allem an den gesunkenen Kosten beim Strombezug. Die Investition in einen Speicher rechnet sich hingegen erst nach mehreren Jahren.

Ausblick

Die Bundesregierung muss bis Juni 2021 die Regelungen der EU-Elektrizitätsbinnenmarkt- und -Erneuerbare-Energien-Richtlinie in deutsches Recht überführen. Der aktuelle EEG-Entwurf verpasst die Chance die Vorgaben umzusetzen. Wann Deutschland die Vorgaben umsetzt ist nicht klar. Die Richtlinie sieht vor, dass künftig auf Eigenverbrauch bei Anlagen bis 30 kWp keine EEG-Umlage erhoben werden darf. Zukünftig wird also kein zusätzlicher Erzeugungszähler zur Erfassung des Eigenverbrauchs mehr benötigt.

Der Entwurf des EEG 2021 sieht vor, dass künftig auch für Bestandsanlagen nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren nach der Markterklärung (Feststellung der technischen Möglichkeit) durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, der Einbau eines intelligenten Messsystems (IMSys) verpflichtend wird. Wann die Markterklärung erfolgt, ist aktuell unklar.

Da mit dem Zählertausch Investitionskosten verbunden sind und die jährlichen Zählergebühren dann deutlich höher sind (nach aktuellem Stand ca. 60 € im Jahr für Anlagen bis 7 kWp, 100 € bis 15 kWp und 130 € bis 30 kWp), müssen Anlagenbetreiber nach Ablauf der fünfjährigen Übergangsfrist erneut überlegen, ob ein Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll ist.

Die intelligenten Messsysteme erfüllen dann auch die Anforderungen an die sonstige Direktvermarktung (1/4 Stundenmessung und Fernsteuerbarkeit), so dass Anlagenbetreibern dann diese Option einschließlich Eigenverbrauch zur Verfügung steht.

Sollten die intelligenten Messsysteme verfügbar und ein Einbau verpflichtend sein, könnte sich der Wechsel in die Direktvermarktung bereits auch für Anlagen lohnen, die noch einige Jahre in den Genuss der EEG-Vergütung kommen. Denn die technischen Voraussetzungen sind dann bereits erfüllt. Anlagenbetreiber, die noch die EEG-Vergütung erhalten, bekommen in der Direktvermarktung eine Managementprämie von 0,4 Ct/kWh. Diese soll die höheren Vermarktungskosten ausgleichen. Das Vermarktungsentgelt beträgt bei der Regionah Energie 0,2 Ct/kWh für Anlagen bis 100 kWp. Das bedeutet ein Mehrerlös gegenüber der herkömmlichen EEG Vergütung von 0,2 Ct/kWh, wenn man die Regionah Energie als Direktvermarkter wählt.

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